Kinderkrippe
„Die kleinen Strolche“
Kinderkrippe
„Die kleinen Strolche“

Naturprojekte

Waldtag Logo

Unser Waldtag

Unser Waldtag findet regelmäßig jeden Dienstag statt, es sei denn es herrschen extreme Wetterverhältnisse, wie Sturm oder starker Regenfall. Durch den Rhythmus unserer Ausflüge in den nahegelegenen Wald soll den Kindern die Verbindung zur Natur leichter fallen. Der Waldtag ist an diesem Tag fest in unseren Krippenalltag integriert, um den Kindern von Beginn an Orientierung zu geben. Somit wird bereits im Sitzkreis das Buch „Unser Wald“ mit den Kindern gelesen und angeschaut. Auch das Frühstück findet anders als gewohnt statt. Die Brote werden fertig belegt auf den Tisch gestellt, sodass die Kinder zwischen Wurst, Leberwurst und Käse aussuchen können. Zudem gibt es noch unseren Obst- und Gemüse-Teller, wobei auch hier darauf geachtet wird, dass die Kinder mit den Händen essen. Die übrig gebliebenen Brote werden dann in eine Brotdose gepackt und in unseren Rucksack getan, in dem sich alle wichtigen Materialien für den Ausflug befinden, z.B. unsere Erste-Hilfe-Tasche. Ziel der fertig belegten Brote ist es, dass der Waldtag zu einem späteren Zeitpunkt auf den ganzen Vormittag gelegt werden und das Frühstück und auch das Wickeln dann nur noch im Wald unter den Baumkronen stattfinden soll.

Uns liegt es momentan sehr nahe, dass die Kinder eine Zeitspanne von ca. einer Stunde im Wald verbringen können, um dort in Ruhe anzukommen und sich auf die Umgebung einlassen zu können. Aus diesem Grund ist der Zeitplan morgens in der Krippe anders aufgeteilt und das Zähneputzen nach dem gemeinsamen Frühstück fällt beispielsweise aus, damit diese Zeit für das Wickeln und Anziehen der Kinder genutzt werden kann. Sobald alles bereit ist, geht es nach draußen zu dem Walkodil und unserem Sechs-Sitzer. Unsere Kleinsten, welche die Strecke zu unserem Waldgebiet noch nicht zu Fuß zurücklegen können, haben im Sechs-Sitzer ihre reservierten Plätze. Die größeren Kinder wiederum benutzen das Walkodil. Hierbei ist mittlerweile zu beobachten, dass sie sich schnell daran gewöhnt haben und bereits eigenständig versuchen, die Gurte anzulegen. Sobald jedes Kind seinen Platz im Walkodil gefunden hat und die Gurte alle sitzen, die kleinen Kinder im Sechs-Sitzer alle angeschnallt wurden, geht es gemeinsam los in Richtung Wald. Von den großen Kindern wird der Weg im Walkodil gemeistert und erregt viel positive Aufmerksamkeit von den Fußgängern, Nachbarn und Autofahren.

Im Waldgebiet angekommen, werden die Gurte vom Walkodil abgelegt und alle Kinder versammelt, bevor es gemeinsam in den Wald geht. Eine Erzieherin geht voran, um nach Gefahrenquellen Ausschau halten zu können. Erst danach begeben wir uns alle gemeinsam in den Sitzkreis, um unser Waldlied zu singen („Ich hab einen Freund das ist ein Baum…“). Der Sitzkreis ist für uns ein festes Ritual, um mit den Kindern gemeinsam im Wald anzukommen. Uns ist wichtig, dass ein gleichbleibender Ablauf, abgerundet durch kleine Rituale, das Gemeinschaftsgefühl und die Überleitung zur nächsten Aktion (Spielzeit, essen und trinken, Abschluss) unterstützen soll. Wir konnten hierbei beobachten, dass die Kinder mehr und mehr im Waldgebiet ankommen. Zu Beginn unserer Waldtage haben sie den Wald erst nach und nach erkundet und die neue Umgebung kennengelernt. Mittlerweile stehen die meisten Kinder nach dem Sitzkreis direkt auf und begeben sich in das freie Spiel mit Schaufeln und Eimern. Es wird Erde eingesammelt, daran gerochen, die Rinde der Bäume angefasst und untersucht, die Unebenheiten des Bodens erkundet und die Geräusche des Waldes werden aufmerksam wahrgenommen. Der Wald wird ganzheitlich mit allen Sinnen erkundet. Tannenzapfen, Baumrinde und Moos werden von den Kindern in einer Tasche aus eigenem Impuls eingesammelt. Diese Schätze haben wir beispielsweise auch für unser Bodenmosaik „Der Stern von Bethlehem“ verwendet, den wir gemeinsam mit den Kindern gestaltet haben.

Während der Spielzeit im Wald gibt es noch unsere gemeinsame Brotzeit. Dort werden die restlichen Brote vom Frühstück verteilt, sowie Wasser zum Trinken und das restliche Gemüse. Obst nehmen wir bewusst nicht mit in den Wald. Der süße Duft würde Insekten anlocken. Bei der gemeinsamen Brotzeit ist zu beobachten, dass die Kinder die Brote im Wald mit sehr viel Genuss essen und die Brot- und Gemüse-Dose auch immer vollständig geleert werden. Nachdem die Kinder gegessen haben, findet noch eine kurze Spielzeit statt. Im Anschluss daran, versammeln wir uns an einem Punkt und gehen dann zusammen zurück zum Walkodil und dem Sechs-Sitzer. Dort begeben sich die Kinder wieder an ihre ausgesuchten Plätze, die Gurte werden angelegt, die kleinen Kinder im Sechs-Sitzer angeschnallt und schon geht es wieder zurück zu unserer Krippe.

Unser kleiner Strolche-Wald

Unser „Strolche-Wald“ stellt für uns zusätzlich eine Ergänzung zum Waldtag dar. Als unser neues Jahresprojekt verändert sich dieser kleine Wald, welcher neben unserem Beet steht, mit den Jahreszeiten. Somit wird den Kindern auch hier noch einmal der Wechsel der Jahreszeiten näher gebracht. Es ist geplant Farn-Setzlinge zu pflanzen, den Wald mit Ästen, Wurzeln und Moos aus dem Wald gemeinsam zu gestalten und dort auch kleine Waldmännchen einziehen zu lassen.

Vor dem Wald soll dann noch unsere „Strolche-Raupe“ ihren Platz finden. Die Raupe soll aus etwas größeren Baumscheiben entstehen. Jedes Kind hat hierbei die Möglichkeit, eine eigene Baumscheibe in einer oder mehreren Farben zu bemalen. Diese Baumscheibe kann als Erinnerung mitgenommen werden, wenn der Übergang in den Kindergarten ansteht. Aber auch neue Kinder sollen eine Holzscheibe bekommen, die sie eigenständig bemalen können, sodass unsere Raupe wieder wächst.

Unsere kleine Strolche-Gärtnerei

In 2019 haben wir begonnen, unser Beet mit Salat und Erdbeeren zu bepflanzen. Dieses Jahr wird das Projekt gemeinsam mit den Kindern weitergeführt, indem wir neue Salatsetzlinge pflanzen und uns weiterhin um unsere Erdbeeren kümmern. Zusätzlich haben wir Samen von Tomaten, Gurken und Zucchini in kleine Gewächshäuser gesät. Uns war es wichtig, den Kindern vorerst zu zeigen, woher die einzelnen Samen stammen. Dazu haben wir Tomaten und eine Gurke mit den Kindern aufgeschnitten und die Samen zum Aufzeigen in kleine Schalen getan.

Als nächsten Schritt ging es daran, die kleinen Gewächshäuser mit Erde aufzufüllen. Dafür hat jedes Kind anfangs einen kleinen Löffel bekommen, um damit die Erde in die kleinen Gewächshäuser zu streuen. Aber nicht nur die Löffel wurden dafür benutzt, einige Kinder haben die Erde auch in ihre Hände genommen und so die Gewächshäuser aufgefüllt. An diesem Projekt zeigten alle Kinder große Begeisterung und viel Freude. Nachdem die Gewächshäuser mit Erde gefüllt waren, ging es dann daran, die Samen in die Gewächshäuser zu säen. Dafür haben die Kinder die einzelnen Samen in die Hand genommen, in die Erde gelegt, die Samen daraufhin wieder mit Erde bedeckt und mit einer kleinen Wasserspritze angefeuchtet. Mit der Wasserspritze konnten die Kinder sehr präzise umgehen und die Gewächshäuser bewässern.

Die Pflanzen sind mit der Zeit durch unsere tägliche Pflege herangewachsen und können somit in große Kübel und Eimer gepflanzt werden, um für ihr Gedeihen genügend Platz zu haben. Als ein besonderes Andenken an diesen Prozess, bekam jedes Kind eine eigene Pflanze mit für zuhause.

Mit unserer Strolche-Gärtnerei versorgen wir uns auch zukünftig selbst und durchlaufen gemeinsam mit den Kindern die einzelnen Prozesse der Pflanzenzucht, angefangen von der Vorbereitung der Gewächshäuser, über die Saat bis hin zur Ernte und zum gemeinsamen Essen.